Die Elefantenjagd

In meiner Studentenzeit habe ich zusammen mit Freunden die Plattform WebUni.de entwickelt und betrieben. Leider existiert sie infolge von technischen Schwierigkeiten in der Pflege heute nicht mehr, doch für diejenigen, die WebUni nicht kennengelernt haben:

WebUni war so etwas Ähnliches wie Facebook. Nur eben in gut. Und ich kann mir gar nicht erklären, warum Facebook erfolgreich geworden ist und WebUni nicht.

Ein Freund sagte mir daraufhin:

Du kannst den Satz auch kürzer formulieren und er ist immer noch wahr: „Ich weiß gar nicht, warum Facebook erfolgreich geworden ist.“

Und in memoriam an dieses großartige Projekt WebUni hier der traditionell erste Artikel, der auf jeder der Standortseiten veröffentlich wurde:

Die Elefantenjagd

  • Mathematiker jagen Elefanten, indem sie nach Afrika gehen, alles entfernen, was nicht Elefant ist und ein Element der Restmenge fangen.
  • Erfahrene Mathematiker werden zunächst versuchen, die Existenz mindestens eines eineindeutigen Elefanten zu beweisen, bevor sie mit Schritt 1 als untergeordnete Übungsaufgabe fortfahren.
  • Mathematikprofessoren beweisen die Existenz mindestens eines eindeutigen Elefanten und überlassen dann das Aufspüren und Einfangen eines tatsächlichen Elefanten ihren Studenten.
  • Informatiker jagen Elefanten, indem sie Algorithmus A ausführen:
    {
    Gehe nach Afrika;
    Beginne am Kap der guten Hoffnung;
    Durchkreuze Afrika von Süden nach Norden bidirektional in Ost-West-Richtung;
    Für jedes Durchkreuzen tue {
    Fange jedes Tier, das Du siehst;
    Vergleiche das gefangene Tier mit einem Elefanten bekannten Tier {
    Halte an bei Übereinstimmung;
    }
    }
    }
  • Erfahrene Programmierer verändern Algorithmus A, indem sie ein als Elefant bekanntes Tier in Kairo plazieren, damit das Programm in jedem Fall korrekt beendet wird.
  • ASSEMBLER-Programmierer bevorzugen die Ausführung von Algorithmus A auf Händen und Knien.
  • WINDOWS 7 Programmierer schießen mit völlig ungeeigneten Gewehren in die völlig falsche Richtung und erklären dann, dass es ein Fehler am Elefanten sein muss.
  • WINDOWS XP-Programmierer tun dasselbe, nur mit Pfeil und Bogen
  • SQL-Programmierer verwenden folgenden Ausdruck: SELECT Elefant FROM Afrika
  • LOGO-Programmierer reiten durch Afrika auf ihrer Schildkröte.
  • COBOL-Programmierer tun dies auf einem Dinosaurier.
  • BASIC-Programmierer bevorzugen jedoch einen mit Samt gepolsterten Einspänner, bei dem die Bremsen ständig angezogen sind.
  • C-Programmierer bestimmen zuerst mit sizeof() die nötige Speichermenge für einen Elefanten, versuchen diesen zu allokieren, vergessen dabei, das Ergebnis abzuprüfen und schießen dann mit wilden Pointern auf den Elefanten.
  • C++-Programmierer bestehen darauf, dass der Elefant eine Klasse sei, somit schließlich seine Fang-Methoden selbst mitzubringen habe. Und wenn der Elefant Afrika verlassen sollte, dann wird ja automatisch sein Destruktor ausgelöst.
  • JAVA-Programmierer packen den Elefanten in eine Wrapper-Klasse und lassen ihn vom Garbage Collector aufräumen. Wenn Elefanten übrigbleiben, soll sich das System darum kümmern.
  • Objektorientierte Designer verlagern die Elefantenfunktionalität in die Oberklasse Rüsseltier, refaktorisieren den Entwurf Afrikas und machen spezifische Elefanten in einem spezifischen Afrika überflüssig.
  • PASCAL-Programmierer markieren zuerst einen Punkt auf der Landkarte, schreiben dann END davor und träumen davon, dass Nikolaus Wirth von einem Elefanten totgetrampelt wird.
  • MODULA-Programmierer importieren einen Elefanten aus/von einem Zoo.
  • LISP-Programmierer bauen einen Irrgarten aus Klammern und hoffen, dass sich der Elefant darin verirrt.
  • EXTREME-Programmer bestehen darauf, dass erst einmal ein Test für Elefanten vorhanden sein muss, bevor wir versuchen, sie zu fangen!
  • PERL-Programmierer sind froh, wenn sie die Elefanten nur einmal fangen müssen. Ein 2. Mal würden sie ihren Code nicht mehr verstehen.
  • Smalltalk-Programmierer fangen Elefanten viel schöner als C++- oder JAVA-Programmierer und keinen interessiert‘s.
  • Anti-Virenprogrammierer jagen Elefanten, indem sie eine Maus ans Kap der guten Hoffnung schicken und in Kairo auf die in Panik geratene Herde warten.
  • Ingenieure jagen Elefanten, indem sie nach Afrika gehen, jedes graue Tier fangen, das ihnen über den Weg läuft, und es als Elefant mitnehmen, wenn das Gewicht nicht mehr als 15% von dem eines vorher gefangenen Elefanten abweicht.
  • Numeriker berechnen den Fehler, den die Programmierer und Ingenieure gemacht haben, und holen sich die restlichen Elefanten.
  • Archäologen jagen Elefanten erst, wenn diese 30 Meter unter der Erde liegen.
  • Biologen geben sich mit der Analyse von Elefantenkot zufrieden.
  • Juristen schicken allen in Afrika befindlichen Elefanten eine Vorladung mit Androhung von Zwangsgeld und Vorführung in Handschellen bei Nichterscheinen.
  • Börsianer bringen Elefanten an die Börse, warten bis der Kurs fällt und kaufen den Markt auf.
  • Jesus Christus bringt den Elefanten bei übers Wasser zu laufen.
  • Politiker benötigen zunächst Unmengen an Geld, um eine Fangstation bauen zu lassen. Wenn dort alle Parteifreunde als Fangsekretäre untergebracht sind, erklären sie Afrika zum Käfig und den Elefanten als gefangen.
  • Ökologen jammern, dass der Elefant ausstirbt und es in 5 Jahren (höchstens) sowieso keine Elefanten in Afrika mehr gibt.
  • Die CIA stürzt die Regierung der Elefanten und setzt einen ihr genehmen Diktator ein.
  • Die NSA wartet, bis die Elefanten ein Telefongespräch führen …
  • US-ARMY-Wissenschaftler entwickeln eine B-Waffe, die alle Fauna und Flora Afrikas bis auf die Dickhäuter auslöscht, und schicken dann die Marines hinein, um den Rest (Elefanten, Einwohner etc.) zu erledigen.
  • Sozialpädagogen jagen Elefanten in Argentinien.
  • Sonderpädagogen versuchen zuerst die Elefanten zu verstehen.
  • Wirtschaftswissenschaftler jagen keine Elefanten. Aber sie sind fest davon überzeugt, dass ein Elefant sich selbst stellen würden, wenn man ihnen nur genug bezahlt.
  • Statistiker jagen das erste Tier, das sie sehen, n-mal und nennen es Elefant.
  • Unternehmensberater jagen keine Elefanten. Und viele haben noch niemals überhaupt irgendetwas gejagt. Aber man kann sie stundenweise engagieren, um sich gute Ratschläge geben zu lassen.
  • Systemanalytiker wären theoretisch in der Lage, die Korrelation zwischen Hutgröße und Trefferquote bei der Elefantenjagd zu bestimmen, wenn ihnen nur jemand sagen würde, was ein Elefant ist.
  • SAP-Systemingenieure erklären das erstbeste Tier zu einem Elefanten und passen ihre Vorstellungen eines Elefanten an dieses Tier an.
  • MICROSOFT kauft einen Elefanten aus dem Zoo in Seattle, kopiert ihn massenhaft, redet aller Welt ein, dass jeder einen bräuchte und dass dieser die ideale Ergänzung zu MS Office sei, und exportiert 14 Mio. Stück nach Afrika.
  • Controller jagen keine Elefanten, können aber nach der Jagd angeben, wie sich die Anzahl der Fangversuche pro Quadratmeter Elefant in Abhängigkeit von der Wassertemperatur im Aralsee entwickelt hat.
  • Vertriebsbeauftragte jagen keine Elefanten. Stattdessen verbringen sie ihre Zeit damit, Elefanten zu verkaufen, die sie nicht gefangen haben und versprechen Liefertermine, die mindestens zwei Tage vor der Eröffnung der Jagdsaison liegen.
  • Software Vertriebsbeauftragte verschicken das erste Tier, das sie fangen per UPS und legen eine Rechnung über einen Elefanten bei.
  • Hardware Vertriebsbeauftragte fangen Kaninchen, malen sie grau an, und verkaufen sie als Schreibtischelefanten.
  • Philosophen fragen zunächst, ob der Begriff des Elefanten überhaupt sinnvoll ist.
  • Angewandte Philosophen fragen zunächst, ob es überhaupt einen Elefanten gibt.
  • Ethiker fragen zunächst, wie man feststellen kann, ob es richtig ist, einen Elefanten zu fangen.
  • Utilitaristische Ethiker fragen zunächst, wie viele Menschen um wieviel glücklicher werden, wenn man einen Elefanten fänge.
  • Verantwortungsethiker (Jonas) fragen zunächst, wie es sich auf das Glück zukünftiger Generationen auswirken würde, wenn man es einen Elefanten fangen würde.
  • Verantwortungsethiker (Kant) fragen zunächst, wie es sich auswirken würde, wenn man es zur Regel machen würde, Elefanten zu fangen. Betonen, dass der Mensch nicht nur als Mittel zum Elefantenfang betrachtet werden darf.
  • Physiker jagen Elefanten, indem sie Sie als Kugel mit Radius R betrachten. Für R = unendlich ist es trivial, den Elefanten zu finden. Für R = 0 ist es trivial, den Elefanten zu fangen. Alles dazwischen muss numerisch gelöst werden.
  • Experimentalphysiker jagen Elefanten, indem Sie einen Käfig sukzessive auf jeden Quadratmeter Afrikas stellen. Irgendwann finden sie das Gerippe des inzwischen verstorbenen Elefanten.
  • Theoretische Physiker gehen ebenso vor. Da sie aber für das Aufstellen des Käfigs nur infinitesimale Zeit brauchen, sind sie sofort fertig.
  • Mathematische Physiker gehen ebenso vor. Da sie aber infinitesimale Zeiten für unexakt halten, verwenden Sie zum n-ten Aufstellungsprozeß 1/n Sekunden und hoffen, dass die Reihe konvergiert.
  • Angewandte Mathematiker (naturwissenschaftlich) erkennen den Denkfehler in obigem Verfahren und verwenden zum n-ten Aufstellungsprozeß 1/n! Sekunden. Sie geraten ins Grübeln, wieso die maximale Fangdauer transzendent ist.
  • Mathematische Physiker (2) betrachten den Elefanten als punktförmig. Dann verwenden sie die Fangmethode, die für punktförmige Kürbisse funktioniert hat.
  • Quantenmechaniker wissen, dass die Aufenthaltswahrscheinlichkeit des Elefanten im Käfig positiv ist. wo ist das Problem?
  • Chemiker jagen Elefanten, indem sie sie in ein geeignet großes Fulleren einbetten und dieses sublimieren lassen.
  • Theoretische Chemiker jagen Elefanten, indem sie einen leeren Käfig in die Wüste stellen und die Schödinger-Gleichung des Elefanten solang beobachten, bis der Elefant im Gehege ist.
  • Chemie-Ingenieure jagen Elefanten, indem sie ein Trennverfahren entwickeln, das 1% mehr Nicht-Elefanten als Elefanten eliminiert. Nach 2000-facher Anwendung sind praktisch nur noch Elefanten übrig.
  • Gentechniker verpflanzen Elefantengene in eine Hefezelle. Das hat den Vorteil, dass der Elefant im Weißbier schwimmt.

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